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Wohin steuert die Türkei? MASSAKER. TRAUER. WUT.

Die Hauptstadt Ankara wurde am 10. Oktober zum Schauplatz des größten Massakers in der Geschichte der Türkei. Bei dem Bombenanschlag auf eine Kundgebung unter dem Motto „Die Waffen sollen schweigen, wir möchten Frieden und Brüderlichkeit“, zu der zahlreiche Gewerkschaften und Berufsverbände aufgerufen hatten, verloren nach offiziellen Zahlen 106 Menschen ihr Leben und Hunderte wurden verletzt, davon 58 schwer. Menschenrechtsorganisationen und die Ärztevereinigung sprechen davon, dass die Zahl der Toten noch höher ist.

Die Regierung erklärte vier Tage nach den Ereignissen, dass die Verantwortlichen für den Anschlag zwei Selbstmordattentäter des Islamischen Staates (IS) seien. Jedoch wurden bei den landesweiten Protesten die AKP-Regierung und der Staatspräsident Erdogan als die politischen Verantwortlichen des Angriffs genannt. Es wurde die Kritik laut, dass die Politik des Krieges und der Gewalt der AKP und Erdogan dieses Massaker hervorgebracht haben. Dass die Regierung, aufgrund ihrer kriegstreiberischen Politik in Syrien, den IS und andere radikal-islamische Organisationen unterstützt und das Land nach den Regeln des Krieges regiert, indem sie den Lösungs- und Dialogprozess in der Kurdenfrage eingefroren und erneut den Krieg begonnen hat.

Die bei dem Anschlag Gefallenen wurden mit Zeremonien in verschiedenen Städten des Landes unter Beteiligung zehntausender Menschen beigesetzt. Dabei fällt es auf, dass die Polizei gewaltsam Demonstrationen angreift, bei denen die Menschen den Anschlag verurteilen und ihre Forderungen nach Frieden erneut stellen wollten.

Nach dem Massaker ist das gesamte Land in Trauer und Wut. Zahlreiche Gewerkschaften und Berufsverbände, Schülerorganisation und politische Organisation, die für Frieden und Demokratie kämpfen, forderten umgehend in Form von Kundgebungen und Demonstrationen den Rücktritt der Regierung und die Aufdeckung der Verantwortlichen.

Die vorgezogenen Wahlen am 1. November zeigen, dass der sich Kampf zwischen Krieg und Frieden, zwischen Demokratie und Diktatur in den kommenden Tagen noch weiter verschärfen wird.

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