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Streiks in Izmir

Die Gewerkschaften und Berufsverbände haben auch in Izmir den Alltag stillgelegt. Insbesondere haben die Stadtverwaltung, die Krankenhäuser, die Schulen und Metallfabriken die Arbeit niedergelegt. Zwei Stunden lang sind die öffentlichen Verkehrsmittel nicht gefahren. Nachdem die Streikenden ihre Tätigkeit niedergelassen haben, haben sich Zehntausende auf dem Gündogdu-Platz versammelt und mit Entschlossenheit ‚Frieden jetzt erst recht!’ gerufen.

Alle Firmen, die auf dem Industriegelände in Izmir-Cigli liegen, folgten dem Aufruf der Gewerkschaft „Birlesik Metal Is“ und organisierten eine Demonstration auf dem gesamten Industriegelände. Parolen, wie „Die Arbeiter werden die Mörder zur Rechenschaft ziehen!“, „Die Arbeiter wollen Frieden“, „Der Palast will Krieg, die Völker wollen Frieden“, wurden mehrmals von den Arbeitern gerufen. Im Anschluss dessen wurde eine Presseerklärung durchgeführt und eine Schweigeminute für die gefallenen Opfer gehalten. In der Presseerklärung, die Ali Celtek von der Gewerkschaft „Birlesik Metal Is“ verlas, wurde erklärt: „Egal ob Alevite, Sunnite, Türke oder Kurde, wir als Arbeiter müssen uns gegen weitere Massaker vereinigen. Dieses Massaker ist eins der größten nach dem 1. Mai 1977. Die Täter müssen eine Rechenschaft abgeben.“ 

Auch in den Krankenhäusern wurde der Streik wirksam

In einem der größten Krankenhäuser in Izmir wurde ab 8 Uhr an alle Mitarbeiter eine schwarze Schleife und ein Flyer verteilt, in dem diese zum Streik aufgerufen wurden. Patienten und Besucher wurden öffentlich zum Protest gegen das Massaker in Ankara aufgerufen. Vor dem Krankenhaus versammelten sich mehrere hunderte Menschen. Die Konföderation der revolutionären Gewerkschaften, DISK, rief ebenfalls zu der Versammlung auf. Es wurde darauf hingewiesen, dass in den folgenden Tagen weitere Aktionen vor und in den Krankenhäusern stattfinden werden. 

Lehrer und Dozenten boykottierten den Unterricht und unterschiedliche Protestaktionen an den Universitäten

Die Dozenten der verschiedenen Universitäten und Lehrer in Izmir haben den Unterricht boykottiert und versammelten sich in Bornova, um an der Demonstration teilzunehmen. „Wir haben in Roboski, in Diyarbakir, in Suruc unsere Genossen verloren. Aber wir lassen uns von diesen Gräueltaten nicht einschüchtern.“, hieß es in einer der Reden. 

Außerdem haben Studierende unterschiedliche Protestaktionen auf ihren jeweiligen Campus organisiert. Eins der wichtigsten Aktionen waren die Gedenkaktionen für die gefallenen Opfer. Studierende zogen mit Plakaten und Transparenten durch die Campus und protestierten für den Frieden. 

Auch die Mitglieder der Gewerkschaft Türk-Is haben an den Protestaktionen teilgenommen 

Außer der Gewerkschaft DISK haben mehrere Gewerkschaften der unterschiedlichen Branchen an der Demonstration teilgenommen. Ein großes Transparent mit dem Spruch „Schulter an Schulter gegen Faschismus“ wurde an der vordersten Front getragen und dabei die Slogans wie „Der mörderische Staat wird Rechenschaft abgeben“ oder „Überall ist Ankara, überall ist Widerstand“ gerufen. Während die ersten des Demonstrationszuges den Abschlußkundgebungsort erreichten, war der letzte Teil noch am Versammlungsort. Während in den Reden mehrmals hingewiesen wurde, dass der Kampf für den Frieden, für die Gerechtigkeit und Brüderlichkeit weitergeführt fortgeführt wird, wurde auf der anderen Seite deutlich gemacht, dass die AKP und ihre Kriegsregierung für alle feigen Anschläge büßen wird. 

Im Anschluss der Großdemonstration wurden Nelken für die Opfer des Massakers in das Meer geschmissen. 

 

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